Der Vorstand 2017


Der Vorstand des Kneipp-Verein-Kleve:
1. Vorsitzende – Bettina Marlene Schulte-Kleipaß 

2. Vorsitzender – Rüdiger Bleydorn
Schatzmeisterin – Anika Evers

Schriftführerin – Anja Reusch
Beirat – Monika Schneidereit, Ursula Berkowicz, Josefine Gorihsen

Kassenprüfer – Ursula Sander, Erwin Große


Portrait 1. Vorsitzende

Die Tasse Kaffee der Naturheilkunde

Bettina Marlene Schulte Kleipaß ist Vorsitzende des Klever Kneipp-Vereins.
Ihre Großmutter hat ihr das Kneipp-Prinzip vorgelebt.

Kleve. Kneipp? Das ist doch der mit den Wasserbecken, durch die man laufen muss. Ja, das Wasser ist wichtig. Aber dem Pfarrer Kneipp ging es um mehr: Um Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und die richtige Lebensordnung. Auch in Kleve gibt es einen regen Kneipp-Verein, der ein traumhaftes Gelände mit Kneipp-Becken am Stillen Winkel unterhält. Vorsitzende ist Bettina Marlene Schulte Kleipaß. Sie hat das Kneipp-Prinzip schon als Kind kennengelernt: „Wenn im Winter Eisblumen an den Fenstern waren und man wegen der Kälte eine rote Nase hatte, hat meine Oma ihren ganzen Körper mit kaltem Wasser gewaschen.“ Im Garten baute die Großmutter neben Obst und Gemüse auch Heilpflanzen und Kräuter an. Die Folge: „Meine Oma war nie krank“, sagt Bettina Marlene Schulte Kleipaß.

Ortstermin am Stillen Winkel. Ein Selbstversuch. Neben dem Becken für die Beine gibt es auch ein kleines für die Arme. „Die Tasse Kaffee der Naturheilkunde“, nennt das Schulte Kleipaß. Das Wasser ist genau vier Grad kalt und kommt frisch aus dem eigenen Brunnen. Dreißig Sekunden sollen die Arme im Wasser bleiben. Erst denkt man: Was ist schon dabei? Aber diese Frage stellt sich nur in den ersten Sekunden. Danach bohrt sich die Kälte in die Arme, unerbittlich. Dreißig Sekunden können ganz schön lang sein. Wenn man die Arme endlich rausnimmt, soll man das Wasser abstreifen, dann die Arme bewegen. Langsam trocknet die Haut, und tatsächlich, man fühlt sich frischer, wacher und kraftvoller.

„Mein Ziel ist es, dass wenigstens eine Klever Schule so ein Armbad installiert“, sagt die Vereinsvorsitzende. „Wenn die Kinder das in der Pause machen, sind sie danach hochmotiviert.“ Überhaupt: Dass die Kinder jetzt zwei Jahre lang auf das Freibad im Sternbusch verzichten müssen, findet sie ein Unding. Ihr Vorschlag: „Es gibt doch das

Becken, das beim Triathlon in der Stadt aufgebaut wird. Das wäre doch wenigstens etwas.“ Ein Not-Freibad in der City, kostenlos für Kinder, so stellt sie sich das vor.

Da müsste nur jemand die Initiative ergreifen. So wie sie selbst, als sie mit ihrem damals zehnjährigen Sohn beschloss, beim Kneipp-Verein den Rasen zu mähen und das Becken zu säubern. Ihr Motto: „Jeder sollte ein Ehrenamt ausüben.“

 

Seit 2014 ist sie nun Vorsitzende der rund 80 Mitglieder. Mit Veranstaltungen und Events bemüht sich der Verein um neue Mitglieder. Für 32 Euro Jahresbeitrag können die die Anlage nutzen, wann immer sie möchten, kostenlos an Vorträgen teilnehmen, und sie bekommen ermäßigte Aufenthalte in Kneipp-Hotels. Viel wichtiger als das Materielle sind die psychischen und physischen Folgen: Gesundheit, Fitness, Lebensordnung. Vor einigen Monaten hat die deutsche Unesco-Kommission das Kneippen sogar ins bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Für Bettina Marlene Schulte Kleipaß ist Kneipp nicht nur ein Verein, sondern selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Naturverbunden und gesundheitsbewusst lebe sie schon immer, sagt sie.

Seit drei Jahren ist sie Veganerin, kommt also ganz ohne tierische Nahrungsmittel aus. „Vorher war ich schon fit, aber seither habe ich noch viel mehr Energie“, berichtet sie. Morgens um fünf Uhr steht sie auf, bis abends um halb elf arbeitet sie – hauptberuflich beim Sozialdienst Katholischer Frauen, nebenberuflich als Trainerin für Fitness, Aerobic, Pilates, Reha-Sport und weitere Disziplinen. Dann gibt es noch die Familie, den Hund und den Verein. Ganz wichtig: zwanzig Minuten Mittagsschlaf. „Danach kann ich bis zehn Uhr durchpowern.“


Sonnenuntergang am Kneipp-Becken. 

Sommer 2016